Mittelstufe

Klasse 5 bis 8

Mit jedem neuen Schuljahr erweitert sich der Horizont der im Unterricht behandelten Stoffgebiete, bis am Ende der 8. Klasse die ganze Welt in das Blickfeld der jungen Menschen gerückt ist. Eigenes Handeln, die künstlerische Auseinandersetzung mit der Materie und mit zunehmendem Alter auch die selbstständige Begriffsbildung durchziehen alle Unterrichtsgebiete. Werken und Gartenbauunterricht treten zur Handarbeit hinzu.

Von der in der 4. Klasse einsetzenden Heimatkunde geht es in der 5. Klasse weiter zur Geographie Deutschlands, dann Europas und in der 8. Klasse schließlich zu einer ersten Gesamtschau der völkerkundlichen und geographischen Differenzierung der ganzen Erde.

Die Naturwissenschaften entwickeln sich von der ersten Menschen- und Tierkunde in der 4. Klasse über die Pflanzen- und Gesteinskunde bis zur Ernährungslehre und Astronomie im siebten und zur Anatomie und Sexualkunde im achten Schuljahr. Im sechsten Schuljahr beginnt die Physik, im siebten die Chemie. In beiden Fächern bilden die genaue Beobachtung und die nüchterne, getreue Wiedergabe der Phänomene den Ausgangspunkt für eine neue Qualität des Denkens: das selbstständige Erkennen von Kausalitäten.

Im fünften Schuljahr findet der Übergang von der Mythologie, die im Erzählstoff der Unterstufe eine wichtige Rolle spielt, zum eigentlichen Geschichtsunterricht statt. Bis zur achten Klasse wird in exemplarischen Erzählungen ein Bogen von der Urgeschichte bis in die Gegenwart gespannt. Oft werden geschichtliche Zusammenhänge durch das Erzählen von Biographien erlebbar gemacht.

Die Zeit in der Mittelstufe ist auch geprägt von weiteren musischen Erziehung. Mit Beginn der 6. Klasse treffen sich alle Schülerinnen und Schüler der Mittelstufe einmal in der Woche zum Mittelstufenorchester.

Die Mittelstufenzeit endet im achten Schuljahr mit drei besonderen Ereignissen: Die Klasse erarbeitet ein großes Theaterstück, jede Schülerin und jeder Schüler liefert eine individuelle Jahresarbeit ab und stellt sie vor großem Publikum dar, und schließlich unternimmt die Klasse eine große Klassenfahrt, die oft zugleich den Abschluss ihrer Klassenlehrerzeit markiert.

Aus der Art,

wie das Kind spielt,

kann man erahnen,

wie er als Erwachsener

seine Lebensaufgabe

ergreifen wird.

Rudolf Steiner