Informationen für die Schulgemeinschaft


"Im Mittelpunkt die Kinder"

"Nicht gefragt soll werden: was braucht der Mensch zu wissen und zu können, für die soziale Ordnung, die besteht, sondern: was ist im Menschen veranlagt und was kann in ihm entwickelt werden? Dann wird es möglich sein der sozialen Ordnung immer neue Kräfte aus der heranwachsenden Generation zuzuführen. Dann wird in dieser Ordnung immer das leben, was die in sie eintretenden Menschen aus ihr machen; nicht aber wird aus der heranwachsenden Generation das gemacht werden, was die bestehende soziale Ordnung aus ihr machen will."

Rudolf Steiner
GA 24, S. 37
Aufsätze über die Dreigliederung des sozialen Organismus und zu Zeitlage 1915-1921


Informationen zu den Abschlussprüfungen im Schuljahr 2019/2020

Sehr geehrte, liebe Eltern der Freien Waldorfschule Elmshorn,

bezüglich der Abiturprüfung 2020 an unserer Schule gab es am Samstag, 27.06.2020, Berichte in den Medien, die die Situation und die Ergebnisse unseres 13. Jahrganges in unverantwortlicher Weise darstellten.

Tatsache ist:

  • Bis zum 15.06.2020, dem Beginn der mündlichen Prüfungen, war kein Schüler „durchgefallen“.
  • 2 Schüler sind vor Beginn der mündlichen Prüfungen vom weiteren Prüfungsverlauf zurückgetreten.
  • Am Montag, 29.06.2020, haben noch drei mündliche Prüfungen (verschoben wegen Krankheit) stattgefunden.
  • 2 von ursprünglich 28 angemeldeten Schülern haben weder die Prüfung zur Allgemeinen Hochschulreife (Abitur) noch die Prüfung zur Fachhochschulreife -schulischer Teil- bestanden.
  • 19 von ursprünglich 28 angemeldeten Schülern haben die Allgemeine Hochschulreife (Abitur) erlangt; Durchschnittsnote: 2,87
  • 5 von ursprünglich 28 angemeldeten Schülern haben die Fachhochschulreife -schulischer Teil- erlangt; Durchschnittsnote: 3,4

Ergänzend sei erwähnt, dass in diesem Schuljahr auch die Prüfungen für die folgenden Abschlüsse stattfanden:

  • Erster Allgemeinbildender Schulabschluss:
    Von 4 angemeldeten Schülern haben alle Schüler die Prüfung bestanden; Durchschnittsnote 3,5
  • Mittlerer Schulabschluss:
    Von 22 angemeldeten Schülern haben alle Schüler die Prüfung bestanden; Durchschnittsnote 2,06

Wir danken allen am diesjährigen Prüfungsgeschehen Beteiligten - allen Schülerinnen und Schülern, allen Eltern sowie allen Kolleginnen und Kollegen.

Mit herzlichen Grüßen

Adolf Reichl, Nils Holthusen


Gedanken zum Schuljahresende am 26.06.2020

 Liebe Schülerinnen und Schüler, liebe Eltern, liebe Kolleginnen und Kollegen,

vor genau 3 ½ Monaten hatte ich Ihnen geschrieben, darüber wie meine Gedanken am Tage der Schulschließung waren und wie wir als Schulgemeinschaft dankbar auf die Dinge schauen sollten, die hinter uns liegen und die bei uns in der Schule vorhanden sind.

Auch am gestrigen Tage, nachdem zunächst die Schülerinnen und Schüler und nach einer letzten Konferenz in diesem Schuljahr auch die Kolleginnen und Kollegen die Schule verlassen hatten, gingen meine Gedanken zu Ihnen allen. Im März wusste keiner von uns, wie es mit der Schulgemeinschaft weitergehen würde und auch heute kann uns niemand sagen, wie es nach den Sommerferien weitergehen wird.

Lassen Sie mich auch heute den Blick wenden und darauf schauen, was in der Schulgemeinschaft, insbesondere in den letzten Tagen, geschehen ist. Wie Sie alle wissen, ist die letzte Woche vor den Sommerferien geprägt von Verabschiedung.

Begonnen haben wir am letzten Dienstag mit der Verabschiedung unseres 13. Jahrganges, die diesmal in einem anderen Rahmen, nämlich mit physischem Abstand im Saal, stattfand. Dankbar wende ich meinen Blick und freue mich darüber, dass wir diese Feier, da die entsprechenden Räumlichkeiten bei uns in der Schule vorhanden sind, überhaupt haben stattfinden lassen können. Auch wenn nicht alle ihre Ziele erreichen und die Erwartungen erfüllt werden konnten, haben sich die jungen Erwachsenen in diesem, für sie letzten Schuljahr als eine gute Gemeinschaft im Geiste gefunden und sind durch die Herausforderungen des Schuljahres gegangen und freudig über das Erreichte und zuversichtlich mit neuen Zielen aus der Schule auf den weiteren Lebensweg gestartet.

Am Donnerstag fand, wie auch in den vergangenen Jahren, die Verabschiedung unserer 12. Klasse statt. Wie die Einschulungsfeier der neuen 1. Klasse zu Beginn eines Schuljahres ist die Verabschiedung der 12. Klasse ein großes Fest der gesamten Schulgemeinschaft. In diesem Jahr konnte auch diese Feier nicht in dem gewohnten, äußeren Rahmen stattfinden. Im Vorwege hörte ich in Gesprächen mit Eltern sowie mit Kolleginnen und Kollegen immer wieder, wie schade es sei, dass nur die Schülerinnen und Schüler mit ihren Eltern und einigen Kolleginnen und Kollegen anwesend sein dürfen und nicht die Schulgemeinschaft im Saal dabei sein kann. Es waren dabei immer die Bilder aus den vergangenen Jahren mit einem vollen lebendigen Saal bei den Menschen präsent. Lassen Sie mich den Blick auch an dieser Stelle wenden: Die Verabschiedung der 12. Klasse war auch in diesem Jahr ein großes Fest der Schulgemeinschaft: Der Saal, feierlich mit Blumen geschmückt und mit der erforderlichen Technik ausgestattet, gab, wie in jedem Jahr, einen würdigen Rahmen ab und so konnte auch hier diese Feier in der direkten Begegnung stattfinden. Die Schülerinnen und Schüler präsentierten sich in festlicher Kleidung; Ansprachen der Klassenbetreuer und von einem Elternteil, musikalische Beiträge sowie die Präsentationen der Klasse ließen die Verabschiedung zu einem feierlichen, an manchen Stellen nachdenklichen, und insgesamt heiteren Fest werden. Als dann die Schülerinnen und Schüler der 12. Klasse aus dem Saal „ausgezogen“ sind -Ihre Kinder mögen es Ihnen vielleicht erzählt haben- wurde die Klassengemeinschaft der 12. Klasse bereits im Foyer und dann weiter auf dem Schulhof von allen Klassen  nach und nach freudig verabschiedet. Kurz bevor die Schülerinnen und Schüler der 12. Klasse mit Ihren Eltern das Schulgelände verließen, hatte ich die Gelegenheit mit drei Schülerinnen der 12. Klasse zu sprechen. Dabei schaute ich in drei freudige Gesichter, die sich begeistert über die wunderschöne Feier, vor allem über den für sie überraschenden Teil im Foyer und auf dem Schulhof mit den anderen Klassen, zeigten.

Am Freitag konnten dann die Schülerinnen und Schüler aller Klassen, von der 11. Klasse bis zu den 1. Klassen, obwohl die direkte Begegnung der gesamten Klassengemeinschaft teilweise erst in dieser Woche wieder stattfinden konnte, Abschied voneinander und von diesem Schuljahr feiern. Einige Menschen werden die Schule verlassen und andere werden im nächsten Schuljahr zu uns kommen. Wir werden, wie in jedem Jahr, Veränderungen erleben, denn die Schule ist ein lebender Organismus, der durch uns alle geprägt wird.

Abschließend möchte ich Ihnen von einem Gespräch, das ich vor einigen Tagen mit einem Kollegen führen durfte, berichten. Wir tauschten uns darüber aus, wie wir die vergangenen Wochen erlebt haben und er sagte dann: „Wenn ich morgens in den Unterricht gehe, und in die Augen der Kinder schaue, weiß ich, dass alles gut ist.“

In diesem Sinne wünsche ich Ihnen schöne Sommerferien und eine gute Zeit und möchte mich mit den folgenden Worten von Rudolf Steiner für dieses Schuljahr von Ihnen verabschieden:

"Dem Stoff sich verschreiben, heißt Seelen zerreiben. Im Geiste sich finden, heißt Menschen verbinden. Im Menschen sich schauen, heißt Welten erbauen."

Ich danke Ihnen.

Nils Holthusen

27.06.2020